Friktion (Reibung)

Auch: Reibung, Reibungen, Friktionen, Fingerfriktion, Handballenfriktion

Friktion ist in der Massage die Reibung: ein Grundgriff der klassischen Massagetherapie, bei dem Fingerkuppen oder Handballen mit Druck auf kleiner Fläche kreisend oder quer arbeiten. Die Querfriktion ist eine eigene Sonderform.

Friktion ist in der Massage der Fachbegriff für die Reibung. Fingerkuppen oder Handballen arbeiten dabei mit Druck auf kleiner Fläche, kreisend oder in queren, schiebenden Bewegungen. Das Wort geht auf das spätlateinische frictio zurück, „das Reiben“ (Duden). Als Grundgriff gehört die Friktion zur klassischen Massagetherapie und ist Lehrstoff im Lehrgang zum Masseur und medizinischen Bademeister.

Friktion in der klassischen Massage

Die Leistungsbeschreibung zum Vertrag nach § 125 Abs. 1 SGB V (Lesefassung gültig ab 01.12.2024, Stand Oktober 2026) zählt Friktionen zu den Massagegrundgriffen der klassischen Massagetherapie, neben Streichungen, Knetungen, Klopfungen und Vibrationen.

Fachbücher unterscheiden mehrere Ausführungen. Bei Fingerfriktionen bewegen sich die Fingerkuppen kreisend, quer oder den Rückenstrecker von der Wirbelsäule wegschiebend; bei Handballenfriktionen überträgt der Handballen den Druck. Ein Lehrbuch zur Massage-Therapie beschreibt beide Formen etwa neben der Brustwirbelsäule am Rückenstrecker und entlang des inneren Schulterblattrands, dort auch beidhändig oder mit der zweiten Hand beschwert. Ein anderes Lehrbuch führt Reibungen, Zirkelungen und Hautverschiebungen als getrennte Griffe. Die Namen decken sich also nicht in jedem Unterrichtsmaterial; den Vergleich der Grundgriffe zeigt der Eintrag Massagegriffe.

Als Schädigungen, bei denen die klassische Massagetherapie eingesetzt wird, nennt die Leistungsbeschreibung unter anderem „Gewebequellungen, -verhärtungen, -verklebungen, Vernarbungen“. Ob dabei Friktionen, Knetungen oder andere Griffe überwiegen, entscheidet der Gewebebefund.

Ein Griff in zwei Verfahren

Friktionen kommen auch außerhalb der klassischen Massage vor. Die Leistungsbeschreibung führt sie ein zweites Mal bei der Segmentmassage (Position X0108): „modifizierte Griffe und speziell weiterentwickelte Griffvariationen mit Knetungen, Friktionen und Vibrationen“, die alle Gewebeschichten zwischen Haut und Knochenhaut erfassen. Der Griff bleibt eine Reibung, die Begründung wechselt aber. In der klassischen Massagetherapie (X0106), laut Richtlinie eine „überwiegend muskuläre Massageform“, zielt er vor allem auf Muskulatur und Gewebe am Ort. Für die Segmentmassage verweist die Heilmittel-Richtlinie (zuletzt geändert am 15.05.2025, in Kraft seit 05.08.2025) auf „nervös reflektorische Wege“ und „segmentale Regulationsmechanismen“ (§ 18 Abs. 2). Als Erklärungsrahmen dieses Modells dient das vegetative Nervensystem.

Abgrenzung zur Querfriktion

Die Querfriktion heißt in der MB-APrV „Tiefenfriktion“ und steht als eigene Sonderform unter Nr. 16.4. Fachliteratur stellt sie zwar neben die kreisenden Friktionen, setzt aber eine Untersuchung voraus, die die zu behandelnde Stelle vorher eingrenzt. Die Friktion als Grundgriff bleibt dagegen ein Griff unter mehreren innerhalb einer Massage. Ausführung und Studienlage beschreibt der eigene Eintrag.

Friktion und QuerfriktionFriktion und QuerfriktionGrundgriff und Sonderform im VergleichFriktionQuerfriktionStellung im LehrgangGrundgriff, Nr. 14.2(Fach 14)Sonderform, Nr. 16.4(Fach 16)Bewegungkreisend oder querquer zur FaserOrtMuskulatur, z. B.RückenStelle an Sehne,Band oder MuskelEin Griff, zwei VerfahrenX0106 Klassische MassagetherapieX0108 Segmentmassage
Abb.: Friktion und Querfriktion nach Stellung im Lehrgang, Bewegung und Behandlungsort. Quelle: MB-APrV Anlage 1, Leistungsbeschreibung zum Vertrag nach § 125 Abs. 1 SGB V und Fachliteratur, Stand Oktober 2026.

Das Schaubild vergleicht die Friktion als Grundgriff der klassischen Massagetherapie im Fach 14 der MB-APrV mit der Querfriktion, die als Tiefenfriktion unter Nr. 16.4 zu den Sonderformen gehört. Die Friktion arbeitet kreisend oder quer über der Muskulatur, die Querfriktion quer zur Faser an einer zuvor eingegrenzten Stelle von Sehne, Band oder Muskel.

Friktion in der Ausbildung zum Masseur und medizinischen Bademeister

Einzeln nennt Anlage 1 der MB-APrV (zuletzt geändert am 07.06.2023, Stand Oktober 2026) die Friktion nicht. Sie fällt unter Nr. 14.2 „Technik und Wirkung der Griffe“ im Fach 14 Klassische Massagetherapie mit 300 Stunden. Reibungsgriffe begegnen Auszubildenden außerdem bei der Segmenttherapie, die mit Colon- und Periosttherapie unter Nr. 16.3 im Fach 16 „Sonderformen der Massagetherapie“ steht. Damit taucht derselbe Griff in zwei Fächern auf, die beide im praktischen Teil der Prüfung in Fächergruppe 1 stehen (§ 7 Abs. 1 MB-APrV). Die klassische Massagetherapie wird zusätzlich schriftlich geprüft (§ 5 Abs. 1).

Im Berufsalltag

Für Masseurinnen und Masseure ist die Friktion ein Werkzeug innerhalb der verordneten Massage, keine eigene Leistung. Wie bei jeder Massage gehört die Klärung von Gegenanzeigen zur Vorbereitung. Die MB-APrV sieht dafür im Fach 14 den Unterpunkt 14.6 „Indikationen nach Krankheitsbildern, Kontraindikationen“ vor, für die Sonderformen den Unterpunkt 16.9.

Verwandte Begriffe

Rechtsgrundlagen und Quellen

Stand der Angaben: Oktober 2026

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